Hitze lässt Einlieferungen saisonal stärker sinken

Die Hitzetage im Juni haben dazu geführt, dass die saisonal sowieso schon sinkenden Einlieferungen noch tiefer ausfielen. Auch das weiterhin warme Sommerwetter wird uns voraussichtlich helfen, etwas Druck rauszunehmen. Der eine oder andere wurde von den tiefen Mengen überrascht und es kommt kurzfristig zu Milchnachbestellungen. Auf der anderen Seite ist aber nach wie vor keine Risikobereitschaft da, mittelfristig die Milchmengen zu erhöhen aus Respekt vor immer noch hohen Lagerbeständen und weiterhin wenig Zug auf der Absatzseite. Hinzu kommt neben der Ferienzeit, wo der Frischebedarf traditionell jeweils tiefer ist, dass die über die Frühlingsmonate stark ausgelasteten Anlagen nun gewartet werden müssen und Revisionen nicht weiter aufgeschoben werden können. Unsere Erwartung, dass im Sommer zu höheren Preisen Zusatzmengen abgesetzt werden können, hat sich nicht bewahrheitet. Die Nachfrage bleibt für die Saison ungewöhnlich tief. Die Absatzsituation kombiniert mit dem Rückgang der internationalen Preise führen dazu, dass wir die Preise für ÖLN Silomilch erneut nach unten korrigieren müssen.

 

Internationale Preise deutlich nachgegeben

Während der Dollarkurs auf tiefem Niveau etwas fester geworden ist, sinken die Produktpreise für Butter, Magermilch- und Vollmilchpulver auf dem Weltmarkt deutlich. Der Global Dairy Trade schloss Anfang Juli nach einem bereits deutlich negativen Ergebnis Mitte Juni mit -4.9% nochmal stark im Minus. Massgeblich zum Ergebnis beigetragen haben dabei um -7% tiefere Magermilchpulverpreise, aber auch Butter und Vollmilchpulver folgten dem negativen Trend. In Europa drücken ebenfalls volle Lager aufgrund hoher Milcheinlieferungen im ersten Halbjahr noch auf die Preise. So sank der Kieler Rohstoffwert im Juni um fast 2 Cents auf noch 35.7 Cents. Die Börsenmilchwerte tendieren zwar stabil, eine Preissteigerung ist aber nicht in Sicht. Immerhin der Produzentenpreis LTO konnte sich im Mai über der 40 Cents Marke festigen, nachdem er im April leicht darunter fiel.

 

Silofreie Milch: Angebot grösser als Nachfrage

Bei der silofreien Milch kommen die Herausforderungen von verschiedenen Seiten. Einerseits müssen hohe Deklassierungskosten aus den Frühlingsmonaten noch kompensiert werden. Auf der anderen Seite sind die Aussichten auf dem Markt alles andere als positiv. In diesem Frühling musste eine grosse Menge silofreie Milch in den Industriekanal deklassiert werden. Die hohe Preisdifferenz zum C-Preis war dabei besonders schmerzlich und verteuerte die Deklassierung gegenüber anderen Jahren massiv. Auf der anderen Seite wurde lediglich ¼ der deklassierten Menge als C-Milch bei den Produzenten auch eingekauft. Diese Verluste müssen über einen tieferen Basispreis bis Ende Jahr kompensiert werden. Verstärkt wird die herausfordernde Situation durch die sehr zurückhaltende Nachfrage selbst über die Sommermonate und auch mit Ausblick bis Ende Jahr. Unsere Kunden sind auf dem Absatzmarkt mit Billigkäsen von CHF 4.00 pro Kilogramm konfrontiert und die Lager sind vielerorts voll. Produziert wird also nur, was unbedingt nötig ist, weil ein zusätzlicher Lageraufbau zu risikoreich wäre. Aus diesen Gründen müssen die Basispreise für silofreie ÖLN Milch erneut stark gesenkt werden. Zusätzlich werden wir die Absatzsituation über den Sommer überprüfen und gegebenenfalls eine Angebotsbereinigung vorbereiten.