Klare Regeln bei Überschüssen sichern die Wertschöpfung

Am 14. Oktober 2026 verabschiedeten die Genossenschafter:innen überarbeitete Einkaufskonditionen mit neuen Referenzmengen an der ausserordentlichen Generalversammlung der mooh Genossenschaft. Die Referenzmengen regeln in Überschussphasen die Abgrenzung der C-Milch. Die Regelung braucht es auch national, um die Segmentierung und damit 300 Mio. Fr. an Wertschöpfung für die Produzent:innen zu sichern.

Am 14. Oktober 2026 verabschiedete die ausserordentliche Generalversammlung der mooh Genossenschaft die überarbeiteten Einkaufskonditionen. Ab 1. Januar 2027 regeln monatliche Referenzmengen in Überschussphasen die Abgrenzung der C-Milch. Dabei gelten für alle Mitgliedsbetriebe dieselben Regeln – unabhängig vom gewählten Abrechnungsmodell. Die Referenzmenge wird pro Monat aufgrund der Lieferhistorie festgelegt und bildet die Basis für die Grenze zur C-Milch. Damit schafft mooh eine einheitliche und nachvollziehbare Grundlage für die Verteilung der C-Milch auf die Betriebe und motiviert alle Betriebe, in Überschusssituationen ihre Milchmenge zu reduzieren. «Das Referenzsystem gilt nur für Monate mit Milchüberschüssen und ist nicht vergleichbar mit der früheren Kontingentierung», erklärt René Schwager, Geschäftsführer.

Martin Hübscher, Präsident des Verwaltungsrates, orientiert über die teilweise Anpassung der Einkaufskonditionen.
Die Versammlung war mit knapp 200 Teilnehmenden vor Ort gut besucht.

300 Mio. Franken in Gefahr

Martin Hübscher, Präsident, stellt an der Versammlung klar: «Damit sich die Situation für alle Produzenten in Überschusssituationen verbessert, muss zwingend die ganze Branche mitziehen. Wenn wir nicht in der Lage sind, die überschüssige Milch vom Markt zu nehmen, setzen wir die Segmentierung und damit rund 300 Millionen Franken aufs Spiel». Dies zeigt Hübscher eindrücklich mit dem Rechenbeispiel: Wenn man von 1.5 Milliarden kg Milch und einer Preisdifferenz von A- zu B-Milch von 20 Rappen pro Kilogramm ausgeht, ergibt dies rund 300 Millionen Franken an Wertschöpfung, die ohne die Segmentierung verloren geht. Diese Vorteile der Segmentierung können nur gesichert werden, wenn die C-Milchmengen fair und gleichmässig auf alle Produzent:innen verteilt werden. «So haben alle Schweizer Milchproduzenten einen Anreiz, ihre Milchproduktion in Überschussphasen zu reduzieren. Die ganze Branche ist hier gefordert», bekräftigt Schwager.

Zum Abschluss zeigte Christa Diem, Leiterin Rohmilchverkauf und stv. Geschäftsführerin, die aktuelle Marktsituation auf. Die Milcheinlieferungen sind trotz Trockenheit und tiefen Kuhzahlen erstaunlicherweise bereits wieder auf dem Vorjahresniveau. Die daraus resultierenden hohen Fettmengen bei gleichzeitig fehlendem Absatz belasten den Markt. Hübscher schliesst die Versammlung: «Bei der aktuellen Marktlage müssen sich die Produzent:innen gut überlegen, ob sie Futter zukaufen oder lieber etwas weniger Milch produzieren».